Freitag, 23. Januar 2015

Von einem, der auszog, das Maschinenquilten zu lernen

Wenn ich etwas nicht kann, suche ich nach Alternativen.

Nachdem ich wieder die tollsten Ergebnisse im Maschinenquilten bei Martina und Birte gesehen habe, bestellte ich mir folgendes Buch.

Gefallen hat mir die Vorstellung, meine Übungen gleich in kleine Projekte umzusetzen. Das Objekt meiner Begierde war ein Bettchen für unsere Schlüssel, die wir beim Eintritt in unser Haus immer achtlos auf dieses Tischchen im Eingang donnern.

Molly Hanson bot in ihrem Buch die Lösung.

Toll! Supereinfache Loopings und die kleine Schreibübung "keys" für Dummies. Ich setzte mich selbstbewusst an die Nähmaschine und...das Übungsstück landete im Müll. Meine Nähschrift war kaum lesbar und jedes Looping und jede Kurve hatten von der linken Seite die verhassten "Eyelashes". Weg damit in die Tonne!

Meine Frage an mich selbst (o-oh), was ich denn mit der Maschine quilten könne, beantwortete ich mir mit "Walkingfoot". Meinen Babyquilt fand ich seinerzeit gar nicht übel (klick). Mir fiel ein, dass Jacquie Gering Buchstaben mit dem Walkingfoot schreibt. So hab ich mich schlau gemacht und bin beherzt ans Werk.

Aus Oberstoff, Unterstoff und Vlies hab ich jeweils ein Quadrat von 16 inches zugeschnitten und mit Sprühkleber 505 verbunden.

Am PC druckte ich das Wort "Key" aus und schnitt die Buchstaben mit dem Cutter, um diese dann mit weißem Stift auf dem Stoff nachzuzeichnen.

Man sucht sich einen geraden Buchstaben, um möglichst einfach die erste Linie zu nähen. Mit Malerband klebt man sich zur besseren Kontrolle eine Hilfslinie.

Genäht hab ich mit der Stichlänge 2,5. Die Abstände der Linien betragen im ersten Schritt 1/4 inch, um im zweiten Schritt erneut unterteilt zu werden. Da bin ich dann einfach mittig zwischen die Linien gegangen. Der zweite Schritt muss meiner Ansicht nach nicht sooo genau sein, weil die kleinen Abweichungen dem Ganzen einen besonderen Charme geben.

Der nächste Schritt war das Egalisieren des Stoffes auf 14 inches zum Quadrat und das Herausschneiden von 1 1/2 inches Quadraten an den vier Ecken. Im Original sollte es nur 1 inch sein, aber ich finde etwas höhere Kanten hübscher und sinnvoller.

Die Kanten habe ich etwas verändert. Ich nähte erst eine sehr kleine Naht nach außen...

 

...und dann wieder nach innen, sodass alles gleich versäubert war.

So, jetzt noch schnell ein Binding drum und fertig. Nä, noch nicht fertig, denn zum guten Schluss hab ich außen noch eine miniminimini Naht gemacht, damit das Teil trotz unserer vorhersehbaren Misshandlungen durch Schlüssel und mehr, die Form besser hält.

Voilà!

Und hier steht das Tray nun auf seinem Platz, heiß geliebt von der ganzen Familie. Schlüssel und andere Kleinigkeiten (z. B. das Geld aus der Hosentasche meines Mannes) finden hier Platz und es gibt dabei nicht mehr so hässliche Geräusche wie auf dem Marmor.

Sieht doch gar nicht so schlecht aus, oder? Wenn ihr also auch so etwas brauchen könnt, solltet ihr euch ans Werk machen.

Mein Mann fragte, ob er da nur einen Schlüssel reintun dürfe, weil ich nicht den Plural gewählt habe. Tja, ich spinne ein bisschen und mag drei Buchstaben in diesem Fall vom Design her lieber. Künstlerische Freiheit!

Euch wünsche ich ein schönes Wochenende und würde mich freuen, wenn ich euch auf den Geschmack bringen konnte.  Mir hat es wirklich Spaß gemacht.

Wie immer alles Liebe,

eure Heike

Kommentare:

  1. Das sieht wirklich toll aus, liebe Heike!!!!
    Die Idee mit den ausgesparten Buchstaben finde ich Klasse und die Stoffwahl passt zum Ambiente. Richtig stylish!!!!! Auf jeden Fall war die zusätzliche Naht eine gute Idee, sieht viel besser aus damit und betont auch besser die Form.
    Anstecken lasse ich mich davon jedoch nicht! ;-)
    Herzlichste Grüße
    Renate D.

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  2. Liebe Heike,
    da staune ich ja, dass auch Du quilten übst. Danke für Deine Ausführliche Beschreibung.
    Deine Schüsselschale ist sehr stylisch und passt perfekt an den Platz, den Du uns zeigst.
    Auch mir läuft ein Schauer über den Rücken bei dem Geräusch kratzender Schlüssel auf Möbeln. Mein Unterbewusstsein zoomt auf Makro und ich sehe die Kratzer.
    Nachdem ich mich an das Thema Quilten herangewagt habe sind plötzlich immerzu Projekte mit Maschinen-Quilten dran. U.a. habe ich mit den Mistery-Blöcken aus der Zsr. Patchwork Professional begonnen.
    LG Ute

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  3. Was für eine Frage...sieht gar nicht so schlecht aus??? Das sieht klasse, edel, extravagant, ach einfach toll aus, liebe Heike!!! So etwas könnt ich beispielsweise nicht, da würde mir einfach die Geduld zu fehlen ;-) Ich bin mir aber immer noch sicher, dass auch du FMQ lernen kannst. Diese Eyelashes auf der Rückseite sind immer ein Indiz für eine falsche Fadenspannung, manchmal liegst auch am Garn in Kombination mit der Nähnadel. Da muss man ein wenig 'spielen' aber unlösbar ist so ein rückseitiges Wimpergeklimper nicht *LOL* Übrigens, das Wellenmuster auf dem 'Baby-Quilt' schaut richtig profimäßig aus, ist eben alles nur eine Frage der gesuchten und gefundenen Alternativen ;-) Liebste Grüße von Martina

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  4. Liebe Heike,
    deine Schlüsselablage ist echt super!
    Ich finde es toll, dass du dir vorgenommen das Free Motion Quilting zu lernen und das klappt aus, bestimmt! Aber es ist auch total normal, dass es nicht gleich klappt aber bitte nicht aufgeben! Meine ersten Versuche waren auch katastrophal, erst muss man lerne wie die Nähmaschine beim FMQ tickt und dann muss man das richtige Garn finden.
    Ich habe gute Erfahrungen mit das Bottom Line Garn gemacht für Deko-Quilts und für Gebrauchsquilts klappt es bei mir gut mit Aurifil Garn, aber wie gesagt das muss man echt ausprobieren.
    Jedenfalls bin ich begeistert von deiner Schale und bekomme echt Lust das zu probieren.
    Liebe Grüße
    Bente

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  5. So ein Schlüsselnestchen ist wirklich eine überlegenswerte Sache, denn auch hier werden die Schlüssel irgendwie halt nur abgelegt. Das Kästchen sieht sehr aufwändig aus und ist Dir toll gelungen. Möge es nun seinen Zweck erfüllen ;-))
    Übrigens hatte ich neulich den Link zur Anleitung für die Handschuhe gesetzt. Falls die Lust auf solcherlei Gestrick noch besteht, dann nur zu. Ist gar nicht schwer.
    Liebe Rosaliegrüße

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  6. ... lach .... ja, ja, die Tomaten auf den Augen. Ich bin immer froh, wenns andern auch mal so geht, dann fühl ich mich nicht so allein. Auf den Link weiß ich immer mit *klick* hin .... und er ist wirklich da ;-) Ich hab Dir die Anleitung gerade per Mail geschickt. Es lohnt sicher trotzdem mal den Link anzugucken, weil ich die anderen dort gezeigten Varianten allesamt auch sehr fein finde. Ach ja, die Suchfunktion ist gar nicht schlecht, ich versuch mal die einzubauen. Danke für den Anstoß.
    So, nun aber .... habs noch nett heut abend
    Rosa

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